tranSektoris beim Carus Consilium Sachsen, Dresden



Gastgebende des vierten Moduls am 13.-14. Oktober 2016 war das
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus mit seiner Tochter Carus Consilium Sachsen (CCS).

Ein Konzept für die altersdominierte Gesundheitsversorgung
Medizinische Betreuung im digitalen Netzwerk war das Thema. Ehrgeizig und einzigartig ist das Projekt CCS Telehealth Ostsachsen, das bis Sommer 2015 mit Fördermitteln der EU, des Landes Sachsen und in Kooperation mit der Deutschen Telekom Healthcare startete.


Dr. Olaf Müller
Geschäftsführer Carus Consilium Sachsen (CCS), Dresden

Dr. Olaf Müller ist Geschäftsführer der Managementgesellschaft Carus Consilium Sachsen (CCS) Dresden. Sie hat Ihren Sitz auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Ihre Kernaufgabe ist, die Erungenschaften der Hochschulmedizin für die ländliche Versorgung nutzbar zu machen.



Sachsen gehört zu den demographisch „alten“ Bundesländern. Zu lösen ist, wie älter werdende Bürger in ländlichen Gebieten versorgt werden können und das auf Grundlage aktueller medizinscher Erkenntnisse. Medizinische Betreuung über ein digitales Netzwerk bietet eine Antwort. Es fehlt nicht an erfolgreichen digitalen Insellösungen. Doch erst eine Meta-Infrastruktur mit der Möglichkeit, unterschiedliche Versorgungslösungen untereinander zu vernetzen, führt zu überregionalen Versorgungsangeboten.  


Dr. Michael Hübschen
Programmleiter Telemedizin, Deutsche Telekom Healthcare, Berlin

Die Meta-Infrastruktur: Offen - wiederverwertbar - modular
Technischer Partner und Entwickler einer solchen Meta-Infrastruktur ist die Deutsche Telekom Healthcare. Dr. Michael Hübschen ist der dafür verantwortliche Programmleiter. Er stellte die offenen und modularen Bausteinen vor, die Versorgungsleistern zur Verfügung gestellt werden. Allerdings sichtbar und nutzbar wird die Meta-Infrastruktur erst durch konkrete Anwendungen in definierten Versorgungsfeldern. Aufgrund der Forschungsschwerpunkte der Universitätklinik und des drängenden Versorgungsbedarfs wurden drei Arbeitsfelder gewählt: Telemonitoring für Herzinsuffiziente Patienten, Nachsorge von Schlaganfallpatienten und Telepathologie.




Kurz & Knapp: Diskussionsschwerpunkte und Eindrücke

Telemedizin als eine Antwort für integrierte Versorgung
Unterschiedliche Ansätze der Telemedizin in Sachsen wurden vorgestellt. Hierbei wurde erkennbar, dass die Telemedizin ein guter Ansatz für die Herausforderungen der demografischen Entwicklung ist. Neben einer theoretischen Einführung konnte auch die praktische Umsetzung vor Ort besucht werden. Der Praxisbesuch wird als erkenntnisreich eingestuft, da durch diesen die Thematik greifbarer und nachvollziehbar wird.



Fördernde Rahmenbedingungen
Um ein innovatives Projekt wie dieses durchführen zu können, sind in Ostsachsen bzw. Sachsen mehrere positive Faktoren zusammen gekommen. Als Tochtergesellschaft der Universitätsklinikums Dresden hat Carus Consilium Sachsen organisatorisch wie auch räumlich eine Nähe zu einem Betrieb der Hochleistungsmedizin. Darüber hinaus besteht eine enge Anbindung zu einem starken industriellen Partner (Telekom). Eine Krankenkasse (AOK Plus) mit großem innovativen Potenzial konnte ebenfalls von der Projektidee überzeugt werden. Letztendlich lag und liegt in Sachsen ein politischer Wille zur Telemedizin vor. Die Ansätze des Telecoaching und Telestroke sowie der Telepathologie werden zukunftsweisend eingeschätzt.



Akzeptanz durch Leitlinien & Schwierigkeiten der Finanzierung
Um diese Ansätze in der praktischen Umsetzung und im wissenschaftlichen Diskurs anwenden zu können, wurden leitliniengestützte Behandlungspfade integriert. Dieses Vorgehen werden unterschiedliche Akteure im Gesundheitswesen positiv bewerten. Dies fördert die Akzeptanz bei den Leistungserbringern. Schwierig wird die Finanzierung von Telemedizin angesehen. Diese ist nicht ausreichend und kann somit immer wieder zu Projektrückschritten führen.

Neue Wege mit der Telekom
Dargestellt wurde, dass die Telemedizin ein neuer Unternehmensschwerpunkt der Telekom ist. Vorstellungen zum weiteren Vorgehen der Telekom wurden aufgezeigt. Erkennbar wurde, dass durch solch eine Plattform telemedizinische Verfahren initiiert und kombiniert werden können. Abschließend kann hierzu eingeschätzt werden, dass durch dieses Vorhaben sämtliche Klinikabläufe auf dem Prüfstand sein werden.


Am Abend:
Hohe Akzeptanz für Kommunikation auf Augenhöhe


Links: Ansgar Jonietz, Gründer und Geschäftsführer von „washabich.de“

„Was hab ich!?“ Diese Frage stellt sich häufig jungen wie betagten Patienten, wenn sie den Arztbrief lesen. Ansgar Jonietz ist Diplom-Informatiker, einer der Gründer und Geschäftsführer von „washabich.de“. Befunde für Patienten in eine verständliche Sprache zu übersetzen, ist das Kernanliegen von Hunderten von ehrenamtlich tätigen Medizinstudenten und Ärzten. Das ist der direkteste Weg Versorgung zu verbessern - online, unkompliziert und kostenfrei für Patienten. Ansgar Jonietz überzeugte mit dem praxis- und wirkungsorientierten Ansatz seines Startups.



Zum Nachdenken & Querdenken am Abend sind Alumni, Referent*innen, Gastgebende aus früheren Programmen eingeladen und auch Gäste. Dieses Mal war Norbert Göller, Geschäftsführer von „Irrsinnig Menschlich“ aus Leipzig dabei.




Zweiter Tag: Aufarbeitung, Feedback und Workshops
Der zweite Tag ist der Diskussion der Inhalte aus dem ersten Tag gewidmet. Die Teilnehmer*innen tauschen aus, was sie für Ihren Arbeitsalltag an neuen Einsichten gewinnen konnten, was sie überraschte oder was sie für zukunftsweisende Ansätze halten.




Case Study: „Dauerbeatmung in der Intensivpflege und Weaning*
*Entwöhnung eines beatmeten Patienten vom Beatmungsgerät
In vier Arbeitsgruppen setzen sich die Teilnehmer*innen mit der Frage auseinander, wie die Versorgung hier verbessert werden kann. Sie bearbeiteten das Case Study aus den unterschiedlichen Perspektiven von Patieten / Angehörigen, Krankenhäusern, ambulante Pflegediensten sowie den „Payern“: Kranken- und Pflegekasse und Sozialämtern.  









Einblicke in den Arbeitsalltag eines Referenten

Dr. Dirk Bernhardt aus dem Bundesministerium für Gesundheit berichtete von den Aufgaben eines Referenten.




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