tranSektoris bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein in Düsseldorf

Im 2. Modul des sektorenübergreifenden Impact Programms standen die digitalen Aspekte und Initiativen im Vordergrund:
E-Health als Chance der Versorgungssicherung

Sektorenüberspannende Szenarien für die Versorgung einer älter werdenden Gesellschaft

 

Bernhard Brautmeier, Vorstand der KV Nordrhein, begrüßte die Teilnehmer*innen.



Er widmete seine Einführung dem Thema Rolle und Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigungen im Deutschen Gesundheitswesen.

Im Zentrum der Diskussionen am ersten Tag stand die Einrichtungsübergreifende Fallakte (eFA) Düren: Voraussetzungen, Schwierigkeiten und Erfolge des EU-Förderprojekts (Juli 2010 – Juni 2015). Angeschoben hatte es die KV Nordrhein.

Besonders im Zusammenhang mit dem eArztbrief hatte es bundesweit große Aufmerksamkeit bekommen.

Federführend verantwortlich dafür war Gilbert Mohr, Leiter Stabsstelle Telematik der KV Nordrhein und Berater der KV Telematik GmbH, Berlin. Wichtiger Partner in dem Projekt war Dr. rer. nat. Erich Gehlen, Vorstandsvorsitzender Duria eG Softwarehaus, Düren.


Gilbert Mohr
, Leiter Stabsstelle Telematik der KV Nordrhein und Berater der KV Telematik GmbH, Berlin


Dr. rer. nat. Erich Gehlen
, Vorstandsvorsitzender Duria eG Softwarehaus, Düren



Kurz & Knapp: Diskussionsschwerpunkte und Eindrücke

Vorreiter KV Nordrhein in Sachen Telematik seit 2001

Gilbert Mohr gab einen Einblick über die historische Entwicklung von D2D: Doctor-to-Doctor. D2D ist eine Kommunikationsplattform (Telematik-Infrastruktur) für Ärzte. Sie ermöglicht den sicheren elektronischen Austausch von Daten zwischen Ärzten, Psychotherapeuten sowie mit Krankenhäusern und anderen Einrichtungen oder Verbänden im Gesundheitswesen (z.B. der gesetzlichen Unfallversicherung)




Auch die Übermittlung von DMP-Formularen an die Datenstellen sowie die KV-Abrechnung waren im Laufe der Zeit via D2D in verschiedenen Kassenärztlichen verbreitet.

D2D wird nun für den deutschlandweiten Einsatz von der KV Telematik übernommen. Damit verbunden ist eine Umstellung auf KV-Connect zum 1.10.2016. Diese geht allerdings nur schleppend voran.



Erfolge und unerfüllte Erwartungen

Dr. Erich Gehlen berichtete von den Erfolgen des Dürener Projektes, eine Pilotregion für den Einsatz des D2D. Ein Ärztenetz sowie die damit verbundenen Krankenhäuser tauschten erfolgreich Briefe zum Patienten aus, die zielgerichtet in die Patientenakte übernommen werden konnten.

Ein weiterer Bestandteil des Projektes war der Versuch, eine gemeinsame Patientenakte zu etablieren. In diesem Fall konnten lediglich erste Erfahrungen gesammelt werden. Angedacht waren auch Ansätze zur Versorgungsforschung auf der Grundlage der KV Abrechnungsdaten, d.h. Nutzenmessung zur Verbesserung von Versorgungsangeboten. Dies konnte jedoch nicht realisiert werden.

Das Dürener Projekt zeigte in der Praxis, wie der Austausch von Patientendaten funktionieren kann und eine wichtige Grundlage für die richtige Behandlung von Patienten bildet.


Telematik-Infrastruktur (TI) und (k)ein Ende ?!

Die Zukunft der Telematik-Infrastruktur wird kritisch gesehen, sollte der Online-Rollout nicht bald gelingen. Die TI wurde letztlich in der langen Entwicklungszeit überholt von den globalen Entwicklungen des Internets und dessen Anwendungsmöglichkeiten.


Kritisches: Der „vergessene“ Patient und Mehr

Die Sicht des Patienten fand in der Vergangenheit nicht statt. Der Fokus lag bislang eindeutig auf dem Austausch medizinischer Daten zwischen den "Health-Professionals". Das entspricht aber nicht mehr unbedingt den Erwartungen und Anforderungen, die „digitale Bürger“ an das Gesundheitssystem stellen.


Ernüchtert wurde festgehalten, wie mühselig und langsam die Umsetzung von digitalen Strukturen im Gesundheitswesen ist mit zu vielen Zwischenstationen.

Gefordert wurde, dass einheitliche Standards verbindlich und für alle gesetzlich verpflichtend werden. Wer an der gesetzlichen Gesundheitsversorgung der Bürger mitwirken will und dafür honoriert wird, muss auch in Digitalisierung als Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung investieren. Das gilt für alle Player und auch für Ärzte.

 


Demographie anders betrachtet
Generation Y – eine innere Haltung zu Leben und Arbeiten
Eine Themen-Veranstaltung des tranSektoris FORUM





Der Abend hatte dieses Mal ein besonderes Format in Zusammenarbeit mit der BMW Stiftung Herbert Quandt und der apoBank in Düsseldorf. Eingeladen waren neben den Teilnehmer*innen 2016 Alumni, Mitglieder des tranSektoris FORUMS, Gastgebende und Referent*innen aus früheren Jahrgängen.

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Zweiter Tag:
Feedback & Einblicke in den Arbeitsalltag

Die Eindrücke des ersten Tages wurden zusammengefasst, Meinungen und Aspekte zu den Inhalten diskutiert: kontrovers und offen.

Um besser verstehen zu können, wie die jeweiligen Arbeitsfelder der Teilnehmer*innen aussehen und um dadurch auch mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit zu finden, gibt es „Einblicke in den Arbeitsalltag“ einzelner Teilnehmer*innen des Programms.


Markus Weber M.A.
, Pflegedirektor, Asklepios Fachklinikum Stadtroda

Markus Weber ist Pflegedirektor in einer Fachklinik mit überregionalem Versorgungsauftrag, spezialisiert auf die Behandlung psychischer und neurologischer Erkrankungen. Er skizzierte die speziellen Herausforderungen seines Faches im Kontext der demographischen Entwicklung.



Kathrin Jung
, Referentin der Vorstandsvorsitzenden AOK Rheinland-Pfalz/Saarland

Welche Aufgaben eine Referentin der Vorstandsvorsitzenden einer gesetzlichen Krankenkasse hat, stellte Kathrin Jung vor. Dazu gehörte auch der Umgang mit dem ersten „Shitstorm“, den die Kasse traf – ein Thema, das intensiv besprochen wurde.

 


Workshop Case Study: Versorgung seltener Indikationen



Patricia Carl
, Teilnehmerin und Vorsitzende des Bundesverbands Kleinwüchsige Menschen und ihrer Familien, hatte Hintergrundsinformationen für den Case Study Workshop zusammengestellt. Jede/r Teilnehmer*in bekam diese im Vorfeld zugesandt.

In Arbeitsgruppen wurden Herangehensweisen aus unterschiedlichen Blickwinkeln am Beispiel gesundheitlicher Versorgung und Vorsorge Kleinwüchsiger erarbeitet. Diese sind auch auf andere Indikationen übertragbar. Eine große Bandbreite an praxisnahen Ansätzen wurde von den Teilnehmer*innen gemeinsam entwickelt.







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